{"id":738,"date":"2009-11-28T23:38:42","date_gmt":"2009-11-28T21:38:42","guid":{"rendered":"http:\/\/mkb-rechtsanwaelte.de\/blog\/wordpress\/?p=99"},"modified":"2009-11-28T23:38:42","modified_gmt":"2009-11-28T21:38:42","slug":"die-impressumsabmahnung-und-die-bagatelle","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.mk-rechtsanwaelte.de\/mk\/die-impressumsabmahnung-und-die-bagatelle\/","title":{"rendered":"Die Impressumsabmahnung und die Bagatelle"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahre 2008 hatte ich auf dem Portal <a title=\"Mein Profil auf Anwalt 24\" href=\"http:\/\/www.anwalt24.de\/rechtsanwalt\/guenther-koy-766258\" target=\"_blank\">anwalt24<\/a> eine <a title=\"KG Berlin vom 11.4.2008 \" href=\"http:\/\/www.anwalt24.de\/rechtsanwalt\/guenther-koy-766258\/blog\/15\/3132\/der-bagatellverstoss-bei-abmahnungen-kg-berlin-vom-2008-4-11\" target=\"_blank\">Urteilsbesprechung<\/a> zu einem Urteil des Kammergerichts Berlin hinsichtlich der Bewertung eines Impressumsversto\u00dfes als &#8222;Bagatelle&#8220; im Sinne des \u00a7 3 UWG ver\u00f6ffentlicht. Danach war die unterlassene vollst\u00e4ndige Benennung des Vornamens des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers einer GmbH als Bagatelle angesehen worden. Diese &#8222;Bagatellrechtsprechung&#8220; des KG Berlin ist nicht mehr aktuell. Dies hat einen\u00a0 einfachen Grund: <!--more-->Das UWG wurde zum 30.12.2008 ge\u00e4ndert. Die schon vorher viel diskutierte \u00c4nderungen auf Grund einer <a title=\"UGP Richtlinie\" href=\"http:\/\/eur-lex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2005:149:0022:01:DE:HTML\" target=\"_blank\">EG Richtlinie<\/a> und teilweise vorab von den Gerichten auch schon im Wege der richtlinienkonformen Auslegung angewandten Neuerungen haben n\u00e4mlich eine ganz besondere Norm hervorgebracht:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a title=\"Irref\u00fchrung durch Unterlassung\" href=\"http:\/\/gesetze.juris.de\/uwg_2004\/__5a.html\" target=\"_blank\">\u00a7 5a Absatz 4 UWG<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Danach sind alle Verst\u00f6\u00dfe gegen Eu-Vorschriften, die eine Verbraucherinformationspflicht zum Inhalt haben, automatisch, also nach gesetzlicher Vorgabe, auch wesentliche Information im Sinne des \u00a7 <a title=\"\u00a7 5a UWG\" href=\"http:\/\/gesetze.juris.de\/uwg_2004\/__5a.html\" target=\"_blank\">5a Absatz 2 UWG<\/a>. Und nach \u00a7 5a Basatz 2 UWG handelt unlauter, wer es unterl\u00e4sst die wesentlichen Informationen anzugeben. ERGO: Wer eine vorgeschriebene Pflicht verletzt, wie etwa den Namen des vertretungsberchtigten Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers anzugeben (siehe <a title=\"Impressumspflichten nach TMG\" href=\"http:\/\/gesetze.juris.de\/tmg\/__5.html\" target=\"_blank\">\u00a7 5 Absatz 1 Nr 1 TMG<\/a>) hat nach <strong><em>gesetzlicher Vermutung<\/em><\/strong> eine wesentliche Pflicht verletzt. Es ist daher nicht relevant, ob dieser Versto\u00df schuldhaft war oder auch nur Einfluss auf die Verbraucherentscheidung zum Kauf hat. Alleine der Versto\u00df reicht aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Spannend ist jedoch, wie diese \u00c4nderung von den Gerichten aufgenommen wird. Das <a title=\"Zusammenfassung OLG Brandenburg via Dr Bahr\" href=\"http:\/\/www.online-und-recht.de\/urteile\/Keine-Beeintraechtigung-der-Mitbewerber-durch-minimalen-Impressumsverstoss-6-W-141-09-Oberlandesgericht-Brandenburg-20090917.html\" target=\"_blank\">OLG Brandenburg<\/a> wies eine einstweilige Verf\u00fcgung ab, da es &#8211; neben der rechtsmissbr\u00e4uchlichkeit &#8211; auch keine &#8222;Sp\u00fcrbarkeit&#8220; der Beeintr\u00e4chtigung gem\u00e4\u00df \u00a7 3 UWG sah (OLG Brandenburg, Beschluss vom 17.9.2009 &#8211; 6 W 141\/09 siehe juris) . Das OLG Hamm hat jedoch in einer Entscheidung aus dem M\u00e4rz diesen Jahres bekr\u00e4ftigt, dass es nach der \u00c4nderung des UWG auf die Sp\u00fcrbarkeit nicht mehr ankommt (<a title=\"Impressumsverstoss nach UGP - via Aufrecht.de\" href=\"http:\/\/www.aufrecht.de\/urteile\/wettbewerbsrecht\/urteile-2009\/unzureichendes-impressum-ist-kein-bagatellverstoss-olg-hamm-urteil-vom-02042009-az-4-u-21308.html\" target=\"_blank\">OLG Hamm, Urteil vom 2.4.2009 AZ: 4 U 213\/08<\/a>). Es bleibt spannend welche Meinung sich durchsetzt. Aber es gilt daher weiterhin h\u00f6chstes Augenmerk auf das Impressum zu richten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahre 2008 hatte ich auf dem Portal anwalt24 eine Urteilsbesprechung zu einem Urteil des Kammergerichts Berlin hinsichtlich der Bewertung eines Impressumsversto\u00dfes als &#8222;Bagatelle&#8220; im Sinne des \u00a7 3 UWG ver\u00f6ffentlicht. 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