{"id":750,"date":"2010-03-06T16:01:01","date_gmt":"2010-03-06T14:01:01","guid":{"rendered":"http:\/\/mkb-rechtsanwaelte.de\/blog\/wordpress\/?p=160"},"modified":"2010-03-06T16:01:01","modified_gmt":"2010-03-06T14:01:01","slug":"fundstucke-die-super-nanny-vor-gericht-lg-bielefeld-az-6-o-36007","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.mk-rechtsanwaelte.de\/mk\/fundstucke-die-super-nanny-vor-gericht-lg-bielefeld-az-6-o-36007\/","title":{"rendered":"Fundst\u00fccke: die Super-Nanny vor Gericht &#8211; LG Bielefeld AZ: 6 O 360\/07"},"content":{"rendered":"<p>Es stand mal wieder eine Recherche zum <a title=\"KUG\" href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/kunsturhg\/index.html\" target=\"_blank\">KUG<\/a> (Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden K\u00fcnsten und der Photographie &#8211; beknackter Name, ich weiss) an. Trotz des wenig erkl\u00e4renden Namens ist dies ein sehr wichtiges Gesetz, behandelt es doch in <a title=\"\u00a7 22 KUG\" href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/kunsturhg\/__22.html\" target=\"_blank\">\u00a7 22 KUG<\/a> das Recht am eigenen Bild und <a title=\"\u00a7 23 KUG - Schranken\" href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/kunsturhg\/__23.html\" target=\"_blank\">\u00a7 23 KUG<\/a> die dazu bestehenden Einschr\u00e4nkungen (auf juristisch &#8222;Schranken&#8220;). Bei der Suche nach einschl\u00e4gigen Entscheidungen zu meinem Fall sto\u00dfe ich auf folgenden Leitsatz:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">Soweit eingewandt wird, dass Szenen nach Regieanweisung gedreht worden seien, ist<br \/>\nzu bedenken, dass die Sendung &#8222;Super-Nanny&#8220; der Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin bekannt und ihr<br \/>\nklar sein musste, dass diese Sendung keinen Dokumentarfilm darstellt und das nach<br \/>\ndem filmischen Konzept die Konfliktdarstellung durch Handlungsanweisungen des<br \/>\nProduktionsleiters konkretisiert und gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p><!--more-->Passt zwar nicht zu meinem Fall, aber interessant. Damit ist richterlich festgestellt, dass es sich bei der Sendung &#8222;Super-Nanny&#8220; um keine Dokumentation handelt. Ob damit auch die &#8222;Doku-Soap&#8220; wegf\u00e4llt ?<\/p>\n<p><a title=\"Volltext der Entscheidung\" href=\"http:\/\/www.mkb-rechtsanwaelte.de\/lgbsn.pdf\" target=\"_blank\">Das Verfahren<\/a> hatte die &#8222;sp\u00e4te Reue&#8220; der &#8222;Opfer&#8220; dieser Serie zum Inhalt, die wohl vor, w\u00e4hrend oder nach den Aufnahmen merkten, dass eine solche Sendung der sozialen Anerkennung nicht besonders zutr\u00e4glich ist.<\/p>\n<p>Gut gef\u00e4llt mir auch folgender Abschnitt der Urteilsbegr\u00fcndung:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">Es entspricht dem filmischen Konzept, eine Konfliktsituation<br \/>\nzwischen Kindern und Eltern zun\u00e4chst wiederzugeben und diesen Konflikt durch<br \/>\nEinflussnahme der &#8222;Super-Nanny&#8220; zu l\u00f6sen oder zu entsch\u00e4rfen. Dass die &#8211; notwendige<br \/>\n&#8211; Konfliktdarstellung durch Handlungsanweisungen des Produktionsleiters konkretisiert<br \/>\nund &#8211; m\u00f6glicherweise &#8211; \u00fcbertreibend gef\u00f6rdert worden sind, liegt in der Natur der<br \/>\nSache. Das Produktionsteam konnte nicht wochenlang darauf warten, dass sich in einem<br \/>\nunbeobachteten Moment eine Konfliktsituation zwischen Mutter und Tochter entlud.<br \/>\nVielmehr sollten die unstreitig zwischen der Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin und ihrer Mutter<br \/>\nbestehenden Konflikte, zu deren L\u00f6sung sich die Mutter der Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin an die<br \/>\nVerf\u00fcgungsbeklagte gewandt hatte, filmerisch dargestellt werden. Daf\u00fcr bedurfte es<br \/>\neines &#8222;dargestellten&#8220; Streits zwischen Mutter und Tochter. Es liegt nahe, dass sich ein<br \/>\nsolcher Streit nicht ohne weiteres in einer Situation abgespielt h\u00e4tte, in der sich ein<br \/>\nFilmteam von 7 bis 8 Personen in der Wohnung der Familie B. aufhielt. Dass die<br \/>\nVerf\u00fcgungskl\u00e4gerin zudem mit einer gewissen, dramaturgisch angestrebten Zuspitzung<br \/>\noder \u00dcbertreibung eines Streits zwischen ihr und ihrer Mutter rechnen konnte, musste<br \/>\nihr in Kenntnis des Filmformats &#8222;Die Super-Nanny&#8220; klar sein.<\/p>\n<p>Allerdings h\u00e4tte ich gerne mehr \u00fcber das zu Grunde liegende Vertragswerk erfahren. Aus dem <a title=\"LG Bielefeld Volltext\" href=\"http:\/\/www.mkb-rechtsanwaelte.de\/lgbsn.pdf\" target=\"_blank\">Urteil<\/a> ist nur ersichtlich, dass die Produktionsfirma f\u00fcr die Teilnahme an den Dreharbeiten an insgesamt 7 Tagen\u00a0 2.000,- \u20ac bezahlt (naja, kein f\u00fcrstliches Gehalt f\u00fcr eine dauerhafte Begleitung durch ein Filmteam) und eine Vertragsstrafe (sicherlich happig) f\u00fcr den Fall des Abbruchs der Dreharbeiten vereinbart wird.<\/p>\n<p>Als Fazit bleibt auch hier wieder der alte Satz &#8222;pacta sunt servanda&#8220;. Wer erst einmal unterschrieben hat, der ist in der RTL Welt gefangen&#8230;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.jurablogs.com\" target=\"_blank\" title=\"JuraBlogs - juristische Blogs\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.jurablogs.com\/widget\/rc\/jurablogs.jpg\" alt=\"JuraBlogs - Die Welt juristischer Blogs\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es stand mal wieder eine Recherche zum KUG (Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden K\u00fcnsten und der Photographie &#8211; beknackter Name, ich weiss) an. 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